Australien - 10 Wochen aufm Kopf

Mein persönlicher Blog für die 10 Wochen, die ich (vom 21.6. bis zum 24.8.) in Australien sein werde - Dank sei dem Schüleraustausch! Meine Beschreibung des Lebens in Adelaide und an der Pembroke School ist vielleicht ein Ersatz für die Kettenmails, die ich sonst an alle möglichen Leute schicken müsste, wobei ich sicherlich die Hälfte vergessen würde...

3.8.06

Mein Alltag

Hallo,
nachdem mich einige Leute gefragt haben, wie mein Alltag hier denn eigentlich aussieht, habe ich einen Tag lang Protokoll geführt und hier meine ultimative Beschreibung eines ganz normalen Schultages.
Alle Uhrzeiten sind ungefähr-Werte!!!!!
  • 6.50: Ross schaut in mein Zimmer und weckt mich auf.
  • 7.10: Ich stehe auf, ziehe mich an, gehe runter in die Küche. Da ist Nadia schon, die Teller, Glas, Butter usw (was zum Frühstück halt gehört) auf den Tisch gestellt hat.
  • 7.20: Fruehstueck!! Das heißt für mich insgesamt 4 Toasts mit Marmelade oder Honig.
  • 7.40: Wir (James, Nadia und ich) verlassen das Haus. Nadia fährt uns beide mit dem Auto zur Bushaltestelle.
  • 7.50: Der Bus kommt, wir steigen ein. Wir benutzen 10er Tickets, die 10x2h ab einlösen gelten.
  • 8.20: Der Bus ist da. Entsprechend steigen wir aus und laufen die letzten Meter zur Pembroke Senior School. Dort stehen meistens die anderen aus unserer (Deutschen) Gruppe. Ich stelle ich dazu und wir labern noch ein bisschen bis um
  • 8.30: die Schule anfängt. Hier habe ich an diesem Tag eine Freistunde, was für mich heißt: Computer in der Bücherei benutzen. Die haben hier 10 Terminals oder so stehen, in die man sich mit seinem Account einloggen kann (wir haben extra welche bekommen). Da regle ich dann meine Mails, schreibe Blogger-Einträge... und so. Diese Zeit nutze ich nun, um euch zu erklären, dass die Pembroke School das SACE (reguläres Abitur mit 5 Fächern) und das IB (International Bakkalaureate, international standardisiertes Abitur mit 7 Fächern) anbietet. SACE- und IB-Kurse sind getrennt. Wir als Gäste besuchen alle SACE-Kurse. Klassen gibt es nicht. Eine Schulstunde dauert normalerweise 50 Minuten.
  • 9.25: Zweite Stunde, heute Bio (ich habe jeden Tag jedes meiner 5 Fächer mindestens einmal). In Bio machen wir gerade das Herz-Kreislauf System, Stoff, den ich schon aus der 10 kenne, was für mich gute Mitarbeit bedeutet. Ich bin der einzige Deutsche im Kurs, aber mein Bio-Lehrer ist ein ehemaliger Deutschlehrer, auch wenn das nicht wirklich einen Unterschied macht, denn sein Akzent ist sehr stark. Nichtsdestotrotz habe ich hier keine Probleme mit dem verstehen. neben mir sitzen Henry und Amy, die ganz nett sind und mir helfen, wenn ich was nicht verstehe. Solange ich alles verstehe, helfe ich ihnen *g*
  • 10.15: Die erste Pause beginnt (Recess). Sie ist 45 Minuten normalerweise lang. Wir sitzen mit unserer Deutschgruppe in der Cafeteria-Kantine (die hier Re-Factory heißt). Manchmal ist gegen Ende dieser Pause ein Tute oder Assembly eingeschoben (ein paarmal pro Woche). Ein Tute ist wie eine Gruppe (Klasse), in der ein Lehrer als Ansprechpartner funktioniert. Es geht um organisatorische Sache (Zeug, das der Klassenlehrer in Deutschland macht halt). Ein Assembly ist eine Versammlung aller Schüler der Senior School (Jahrgänge 11 und 12) auf dem Schulhof. Dann werden per Mikro Sachen wie "unsere Basketball-Mannschaft hat letztes Wochenende verloren" oder "Die und die Gruppe trifft sich dann und dann dort und dort" gesagt. Im großen und ganzen kann man sagen dass Tutes und Assemblies dieselben Informationen verbreiten, die am AMG stumpf per Durchsage gemacht werden.
  • 11.05: Die dritte Stunde, heute Französisch. In meinem Französisch Kurs ist Tanja mit drin, außerdem Leonie (eine Deutsche, die hier ein halbes Jahr ein High School Year macht). Französisch ist vom Stoff her ziemlich einfach, aber das übersetzen zwischen zwei Fremdsprachen ist die herausfordernde Sache. Macht echt Spaß.
  • 12.00: Vierte Stunde, heute Englisch. In Englisch ist Pauline bei mir im Kurs. Wir lesen gerade ein Theaterstück (von einem Australier natürlich). Ist an sich ganz interessant und manchmal scheine ich über die englische Sprache mehr zu wissen als meine australischen mitschueler.
  • 12.50: Die zweite Pause (Lunch). Sie ist 55 Minuten lang und manchmal ebenso für Tutes und Assemblies genutzt wie Recess. Hier esse ich den Rest von meiner Lunchbox (die ich mitbekomme) auf. Wir sitzen wieder als Gruppe in der Re-Factory (ich finde das Wort einfach toll *g*). Manchmal gehe ich in dieser pause auch an den PC. bevor man da ran kann, muss man sich in eine Liste eintragen. Das verhindert, dass es zu Kollisionen kommt, wenn es um die wer-ist-wann-dran-Planung geht.
  • 13.45: Vierte stunde, heute Mathe. Die Mathe Kurse sind hier in verschiedene Level aufgeteilt, ich belege zusammen mit Tanja einen Specialist (hoechstes Level) Kurs. Die Sachen sind trot dem hohen Niveau relativ einfach, da wir auch hier groesstenteils Stoff aus der dt. 8, 9 und 10 machen. Das einzige hindernis ist, dass ich vergessen habe, meinen Taschenrechner aus Deutschland mitzubringen. Netterweise leiht Tanja und mir mein Lehrer, der sehr nette junge Mr. Glen Whiffen, oefters seinen. Das ist der CASIO, der vor der Einfuehrung des TI am AMG von der Oberstufe benutzt wurde.
  • 14.40: Fuenfte Stunde, heute Sport. In Sport ist der Unterricht zweigeteilt: bei 5 Wochenstunden sind drei davon Praxis (wir machen gerade Badminton) und zwei sind Theorie (wir machen Physiologie, also Knochen, Muskeln und so weiter). Macht echt Spass, und lustigerweise sind in diesem 11-leute-Kurs 9 Maedchen und nur 2 Jungs (mich eingeschlossen!).
  • 15.30: Schule ist aus! nebenbei muss aber gesagt werden, dass die Zeiten hier mangels Klingel oder Gong alle bis zu 5 Minuten verschoben werden, und dass Mittwochs andere Zeiten gelten (weiss der Kuckuck warum!).
  • 15.50: Mein Bus zurueck kommt. Der Schulbus hin und zurueck ist ein von der Pembroke School gecharter Bus. Die Tickets sind aber die selben, was den Effekt hat, dass man - dank der schon erwaehnten 2 Stunden, die man ab Einloesen frei fahren kann - in die Stadt fahren und danach zurueck kann (wenn man nicht zu lang da bleibt), und nur einmal bezahlt.
  • 16.30: Nach der Busfahrt und einem 1,5-km gang ueber eine frisch geteerte Abkuerzung bin ich enflich zu Hause. Wenn James - wie 2-3 Abende pro Woche - arbeitet, ist keiner zu hasue, bis um ca 18.00 meine Gasteltern nach Hause kommen. Die Zeit bis dahin ueberbruecke ich mit Hausaufgaben, Klavier spielen und lesen.
  • 18.30: Ungefaehrer Zeitpunkt fuer das grosse Abendessen. mangels grossem (deutschem) Mittagessen bin ich ziemlich hungrig. Der Zeitpunkt variiert jedoch stark, je nach dem, wie viele Ueberstunden die Eltern machen.
  • 20.00: Wir schauen die Abende Fernsehen (da gibt es einige gute Shows!) oder Filme. Lustigerweise gibt es keinen auslaendischen Film, der nach Englisch synchronisiert wurde. Die fremdsprachigen Filme gibt es immer nur mit Untertiteln.
  • 10.00 - 10.30: Mein Tag ist zu Ende. Ich lege mich ins - dank der elektrischen Heizdecke - warme Bett und schlafe ein.

So, falls noch jemand fragen hat, Email genuegt.

Bis bald,

Hauke